Pik Lenin: Am Ende entscheidet der Berg

Der weiße Riese lässt schon erahnen, dass der Aufstieg ein Unterfangen der wildesten und kältesten Art wird – und dass er das letzte Wort hat, was seinen Gipfel angeht.

Der Pik Lenin ist mit 7134 Metern der höchste Berg der Transalai-Kette, welche die Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan markiert, als fünfhöchster Gipfel des zentralasiatischen Pamir-Gebirges.

Von Bischkek, der Hauptstadt Kirgistans, ging es mit dem Inlandsflieger nach Osch, und von dort aus fuhren wir mit dem LKW zum Eingang des Nationalparks.

Zwei Stunden von dort aus erreicht man das Basislager auf 3600 Metern Höhe. Akklimatisierungstouren brachten uns auf über 5000 Meter.

Auf diesen Touren, die auch zum Materialtransport zu den Hochlagern dienen, sind auch schon einige besondere Herausforderungen zu meistern, wie z.B. die vielen Gletscherspalten auf dem Leningletscher. Breite schwarze Löcher und Spalten, über die nur ein schmaler Eissteg führt. Darunter oft 30 bis 40 Meter: nichts.

Doch das war lange nicht die größte Probe, auf die uns der Pik Lenin stellen sollte. Während auf den Akklimatisierungstouren bis auf über 6000 Meter noch kein Wölkchen den Himmel trübte, zog zwei Tage vor dem Gipfelvorstoß eine mehrtägige Schlechtwetterfront mit Schnee und Eis auf. Die Aussicht auf harte Minusgrade, Sturm und erhebliche Lawinengefahr bewog uns zur Umkehr.

Am Ende entscheidet der Berg. Ich werde den weißen Riesen trotzdem in guter Erinnerung behalten.